Geht auch MfG? Grußformeln für Briefe.

5. November 2014
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Genau so wichtig wie die Anrede ist die Wortwahl am Ende eines Geschäftsbriefes. Denn die Grußformel transportiert nicht nur eine Information, sondern auch eine Stimmung. Und sie ist das letzte, was der Empfänger liest. Bevor Sie etwas unterschreiben, überlegen Sie also gut, wie es beim Empfänger ankommt.

 

„MfG – mit freundlichen Grüßen“ ist eine Textzeile aus einem bekannten Song der deutschen Rapgruppe „Die Fantastischen Vier“. Wenn Sie einen Brief schreiben und nicht gerade irgendwo freestyle-rappen, dann empfiehlt sich auf jeden Fall nur zweiteres, denn Abkürzungen haben in Briefen nichts verloren.

 

„Mit freundlichen Grüßen“ – der Alleskönner?

 Zumindest ein Klassiker. Sowas wie der Martini-Cocktail unter den Grußformeln. Immer gern genommen – was nicht heißt, dass man sie nicht variieren darf, um nicht ideenlos zu wirken. Wobei ähnlich wie beim Martini weniger mehr ist. Vielleicht einmal ein „Beste Grüße“, „Viele Grüße“ oder „Herzliche Grüße“, wenn Sie besonders freundlich sein wollen. Aber vergessen Sie nie: Auch in der Grußformel steckt auch eine Information und sie vermittelt eine Atmosphäre. Sie sollte also zum Rest passen. Den „Tonfall“ muss der Adressat bei einem Schriftstück nämlich erst richtig interpretieren. Haben Sie sich gerade über irgendwas furchtbar beschwert, werden Sie mit Grußformeln wie „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Herzlichst“ nicht besonders freundlich, sondern eher sarkastisch und zynisch wirken.

 

Wie kurz angebunden dürfen Sie sein?

Wenn es mit der Freundlichkeit im Brief nicht sehr weit her ist, dann ist der lakonischen Abschluss „Gruß“ in der Geschäftspost also durchaus vertretbar. Doch was in SMS und Mails legitim ist, das ist in Briefen verpönt: Kleinschreibungen und Abkürzungen. Eine Kommunikation in Papierform wird als höherwertig angesehen. Dementsprechend sauber sollte die Schriftsprache sein. Also bitte kein MfG, LG, CU, XXX oder GN8. Ein Brief braucht eine korrekte Rechtschreibung und eine abschließende Grußformel, auch wenn Sie nur aus einem – allerdings korrekt ausgeschriebenen – Wort besteht. Durch Nachlässigkeiten in der Form schmälern Sie die Wirkung des Inhaltes. Abkürzungen und Internetsprache wirken in Briefen außerdem nicht modern, sondern unprofessionell. Sie schicken Ihrer Bank ja auch kein Smiley per Post, wenn Sie Geld auf Ihr Konto eingezahlt haben.

 

Immer gut: Nicht übertreiben!

In charmant formulierter Geschäftspost ist eine zum Inhalt passende Blumigkeit absolut in Ordnung. „Frischeste Grüße“  kann ein Bio-Bauernhof gerne versenden. Und „Sonnige Grüße aus dem malerischen Tirol“ mögen adäquate Schlussworte für ein Wellnesshotel in Kitzbühel sein. Meist sind Übertreibungen und allzu emotionale oder blumige Grußformeln in seriöser Geschäftspost allerdings eher unangebracht. „Alles Liebe“ geht vielleicht noch beim Drogeriemarkt gut, eine Anwaltskanzlei hingegen wird das vermutlich nicht gebrauchen können. Ganz wichtig: Wählen Sie nur dann eine kreative Grußformel, wenn sie zu Inhalt und Stimmung passt. Und verlieren Sie auch nie aus den Augen, wem Sie schreiben. So sollten Sie den Verteidigungsminister nicht unbedingt „Herzallerliebst“ grüßen lassen oder dem Finanzamt „Sonnige Grüße von den Cayman Islands“ schicken.

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