Ihre Handschrift zeugt von Charakter.

11. November 2014
Handschrift

Aus Ihrer Schrift lässt sich einiges lesen. Doch im Kampf gegen die "Sauklaue" setzen sich immer mehr Schulen für die Druckschrift als Grundschrift ein. Schade, denn durch eine Standardisierung der Schreibweise geht der persönliche Charakter der Handschrift verloren.

 

Kennen Sie Jacob Lew? Das ist der Finanzminister der USA und somit der Mann, der Autogramme auf Dollarnoten geben darf. Bis vor kurzem glich seine Unterschrift allerdings eher einem Stück Telefonkabel: ein paar Kringel, kein erkennbarer Buchstabe, genauso gut hätte das Otto Waalkes oder Yoko Ono heißen können. Seine Kritzelei sorgte nicht nur in Amerika für Heiterkeit. Mittlerweile hat Lew sie allerdings geändert. Amerika hat’s gefallen, auf den Dollarkurs hatte es keine Auswirkungen.

 

Andere Länder machen Druck: Druckschrift ersetzt Schreibschrift.

Dabei sagen gerade die USA: byebye, Schnörkel! In amerikanischen Schulen wird fast nur noch Druckschrift als Grundschrift gelehrt. Auch Deutschland zieht nach. Seit einigen Jahren erlernen Kinder in Bremen und Hamburg keine Schreibschrift mehr, sondern nur noch die „Hamburger Druckschrift“. Jeder Buchstabe ist alleinstehend, Verbindungen zwischen ihnen gibt es kaum mehr. Auch die Schweizer möchten sich über kurz oder lang von der „Schnürlischrift“ verabschieden. Ein Sieg für die Leserlichkeit, aber eine Niederlage für den persönlichen Charakter. Österreich setzt immer noch auf Lateinschrift, wobei die Lehrer seit 1995 zwischen der „Österreichischen Schulschrift 1969“ und der „Österreichischen Suchlschrift 1995“ wählen können. Denn die Reduktion aufs Wesentliche hätte auch Auswirkungen auf das Besondere: die persönliche Note – auch abseits von Schulnoten.

 

So persönlich ist die Schreibschrift.

Ihre Schrift ist so einzigartig wie Ihr Fingerabdruck. Kein Wunder also, dass Erpresser für Lösegeldforderungen lieber Zeitungsbuchstaben ausschneiden oder dass Sie Kreditkarten immer noch unterschreiben müssen. Ihre Bank geht davon aus, dass Ihre Handschrift sie unverwechselbar macht. Dabei ist die Handschrift nichts Statisches. Denn auch die Veränderung der Lebensumstände – etwa Arbeitslosigkeit – wirkt sich nachweislich auf das Schriftbild aus. Schließlich hängt das Schriftbild stark mit der Körpersprache zusammen. Und da wie dort fließen viele unbewusste Elemente ein. Die Wissenschaft, die sich mit der Handschrift als Ausdruck der Persönlichkeit beschäftigt, nennt sich Graphologie. Immer wieder liest man, dass ein links geneigtes Schriftbild eher für Zurückhaltung spricht, während eine Neigung nach rechts für Offenheit steht. Gerade Buchstaben hingegen deuten auf einen Kopfmenschen hin. Viele Schnörkel können ein Indiz für Selbstverliebtheit und Wichtigtuerei sein – nicht gerade schmeichelhaft für Jacob Lew. Ein klares Schriftbild hingegen soll auf einen unkomplizierten und umgänglichen Menschen hindeuten. Aber so einfach ist es Gott sei Dank nun auch wieder nicht.

 

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

Nicht jeder, der eine unlesbare Schrift hat, verliert regelmäßig seine Autoschlüssel. Und nicht jeder, der sehr klein schreibt, findet auf Cocktailpartys keine neuen Freunde. Neben Größe der Buchstaben, Schriftneigung, Zeilenabstand, Linienführung und Druck des Stiftes werden noch viele weitere Details des Schriftbildes analysiert. Erst dann erlauben sich Graphologen ein Urteil. Aber egal, wie Sie schreiben, dass Wichtigste ist, dass Sie überhaupt schreiben. Denn damit beweisen Sie in jedem Fall Charakter – welchen auch immer...

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