Kommt gut in Schweden an: Ihr Facebook-Post.

20. November 2014
FacebookSchwedisch

Sie kennen das: Auf dem Dachboden sammelt sich alles Mögliche an, das Sie nie wegschmeißen, weil Sie es vielleicht irgendwann brauchen könnten. Und jetzt stellen Sie sich einmal vor, wie es erst auf dem Speicher von sozialen Netzwerken wie Facebook aussieht.

 

Shakespeares Werke, Da Vincis Erfindungen, Einsteins Theorien, Lugners Beziehungsstatus – alles in allem hat der Homo sapiens seit Anbeginn seiner Geschichte bis zum Jahr 2003 sage und schreibe fünf Exabyte – also fünf Milliarden Gigabyte – an Daten produziert. Heute produzieren wir diese Menge in gerade einmal zwei Tagen.

 

Nach uns die Datensinflut. 

Laut einer aktuellen Schätzung könnte die weltweite Datenmenge im Jahr 2020 unvorstellbare 40 Zettabytes erreichen – das ist eine Zahl mit 22 Nullen. Oder ganz einfach die 57fache Menge aller Sandkörner auf der Welt. Kriegen Sie das in Ihren Kopf? Müssen Sie doch gar nicht! Die Speicherkapazitäten von Servern erledigen das für Sie. Denn die riesigen Server von sozialen Netzwerken wie Facebook können auch heute schon gigantische Datenmengen sichern.

 

Viel Bewegung trifft auf einen echten Ruhepol: den Massenspeicher.

2013 waren es bei Facebook zum Beispiel 4,75 Milliarden Status Updates, Videos und Kommentare, 4,5 Milliarden Likes und 10 Milliarden Nachrichten. Pro Tag, wohlgemerkt. Im Schnitt hat also jeder Mensch auf der Welt – von Timbuktu bis Vladivostok – jeden Tag eineinhalb Nachrichten durch das soziale Netz gejagt. Das sind eine Menge Informationen, die User freiwillig von sich geben. Und die Zahlen wachsen exponentiell, täglich wird die Datenflut mehr. Manche User haben Tausende Dateien auf ihrem Facebook-Profil geparkt. Wie praktisch, dass auf Facebook nichts verloren geht, sondern auf leistungsstarken Servern gespeichert wird. Der erste europäische Facebook-Server wurde 2012 übrigens im angenehm kühlen schwedischen Luleå in Betrieb genommen. Keine große Sache. Die Serverfarm ist bescheidene vier Fußballfelder groß.

 

Sie haben nicht nur Freunde auf Facebook.

Ihre Kommentare, Fotos, Statusupdates und ähnliches flitzen also einmal um die Welt und landen dann im angenehm temperierten Schweden, wo Server mit weniger Kühlaufwand betrieben werden können. Denn bei solchen Datenmengen muss auch Facebook darauf achten, einen kühlen Kopf zu bewahren. Schließlich hat es ja ihr ganzes Profil im Kopf, inklusive allem, was Sie von sich preisgeben. Deshalb sollten Sie stets gut überlegen, was Sie in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen. Denn nicht nur Freunde durchstöbern Facebook. Auch Behörden tun das – etwa das Finanzamt. Natürlich auch immer mehr Arbeitgeber, um sich über Mitarbeiter zu informieren. Schließlich will man ja wissen, wie die Arbeitnehmer wirklich ticken. Und viele davon werden bei der fröhlichen „gefällt mir“-Partystimmung im Netz schnell unvorsichtig. Selbst wenn der Chef nicht unter den Freunden ist, tut ein bisschen Vorsicht not. Er könnte auch fremde Profile benutzen oder zufällig mitbekommen, was einer Ihrer Kollegen gerade in ihr Profil schreibt. Ein Mitarbeiter im Krankenstand, der gerade ein Selfie beim Mittagessen am Naschmarkt hochgeladen hat, hat dann schnell größere Probleme als seine Gesundheit. Und bei aller Lockerheit in sozialen Netzwerken: Einem Neurochirurgen, der jeden Abend mit einem Martini in der Hand auf Partys zu sehen ist, würden Sie sich vielleicht auch nicht unbedingt anvertrauen, oder?

 

Es muss nicht immer Schweden sein: Post statt Posting.

Keine Frage, Facebook ist eine großartige Erfindung. Aber Sie erreichen damit eben nicht nur Freunde. Bei vielen Apps müssen Sie Zugriff auf Ihre Freundesliste und manchmal sogar auf Ihre Fotos gewähren. Ihre Urlaubsfotos landen also auch nicht immer im Regal ihrer Freunde, sondern in Schweden und sonstwo. Wenn Sie hingegen sicher sein wollen, dass nur ausgewählte Leute Ihre Urlaubsgrüße bekommen, dann schreiben Sie ihnen doch eine Karte oder einen Brief. Da können Sie gleich noch etwas Sand oder ähnliches mitschicken – gerne auch schwedischen, falls Sie zufällig wirklich in Schweden sind. Um beim Facebook-Jargon zu bleiben: Wenn Sie Ihre Urlaubsfreude auf diese Weise teilen, wird das vermutlich jedem Empfänger gefallen. Auch ohne "teilen"- und "gefällt mir"-Button.

 

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