Europas Stimme für Papierrechnungen.

22. November 2014
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Jeder Europäer soll das Recht haben zu wählen – auch bei der Übermittlungsform seiner Rechnungen. Doch die klassische Papierrechnung ist den meisten Firmen heutzutage ein Dorn im Auge, obwohl sie für viele Kunden klare Vorteile bringt. Deswegen setzt sich die EU-weite Initiative „Keep me posted“ für das Recht auf eine kostenfreie Papierrechnung ein.

 

Herzlichen Glückwunsch! Sie lesen gerade einen Online-Artikel. Das unterscheidet Sie bereits von vollen 21% der Europäer – denn so viele sind noch nie im Internet gewesen. Wenn Sie diese Zeilen zu Hause lesen, dann wohnen Sie außerdem in einem der österreichischen Haushalte, die über einen Internetanschluss verfügen. Das sind hierzulande immerhin acht von zehn – damit liegen wir im EU-Durchschnitt. In Rumänien, Bulgarien oder Griechenland haben allerdings mehr als 40%, in Italien oder Portugal immer noch mehr als 30% der Haushalte keinen Zugang zum Internet. Trotzdem müssen auch eine Menge Österreicher ihre Wohnung verlassen, wenn sie eine e-Mail – zum Beispiel eine e-Rechnung – erhalten. Und vermutlich müssen sie weiter gehen als bis zu ihrem Briefkasten, um diese abzurufen. Die gute Nachricht ist nämlich: Nicht alle Österreicher haben Internet, aber alle haben eine Postanschrift. Eine Rechnung per Post würde also nicht schon zwei von zehn österreichischen Haushalten benachteiligen.

 

Auch für Internetnutzer hat eine Papierrechnung Vorteile.

Aber nicht nur Haushalte ohne Internet sind Befürworter der Papierrechnung. Einer Umfrage zufolge bevorzugen mehr als 70% der Österreicher eine Papierrechnung. Bei älteren und einkommensschwachen Menschen liegt dieser Wert sogar noch höher. Nicht nur, weil eine Papierrechnung das Bewusstsein für die Zahlung erhöht und sich leichter archivieren lässt. Sondern auch, weil sich Fehler darin leichter finden lassen.

 

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Papierrechnungen senken Schäden durch „Online-Blindheit“.

Allein in Großbritannien entstehen durch fehlerhafte Rechnungen von Energiekonzernen jährlich 650 Millionen Pfund Schaden – natürlich zu Ungunsten des Konsumenten. Und die starke Tendenz zu e-Rechnungen trägt dazu bei, dass diese Abrechnungsfehler seltener entdeckt und beeinsprucht werden. Denn in der täglichen Mail-Flut gehen e-Rechnungen schnell unter und werden kaum überprüft. Und das betrifft beileibe nicht nur ältere Menschen. Sogar in der sonst so netzfitten Zielgruppe der 18-24jährigen gaben nur 9% an, dass sie Online-Rechnungen kontrollieren. Das wissen natürlich auch die Aussteller der Rechnung.

 

Umweltschutz ist kein Argument gegen Papierrechnung.

Und wenn Firmen Ihnen nun damit kommen, dass e-Rechnungen so „grün“ sind? Auch hier müssen Sie sich keine Sorgen machen: Erstens stellt die Post mittlerweile alle Sendungen CO2-neutral zu. Zweitens drucken sich viele Menschen die Rechnungen daheim sowieso aus. Und drittens werden in Europa über 70% des Papiers recycelt. Während die heimischen Wälder also gemütlich weiter wachsen, zogen 82% der Unternehmen ihr Argument, Papierrechnungen seien umweltschädlich, auf Rückfrage nach den Gründen dafür recht kleinlaut wieder zurück. Und ganz nebenbei: Eine halbe Stunde Lesen in einem e-Paper hat übrigens die gleiche Auswirkung auf die Umwelt wie das Schmökern in einer Papierzeitung.

 

„Keep me posted“ setzt sich europaweit für Kundenrechte ein.

Auch wenn die Unternehmen es also nicht gerne sehen: Jeder Europäer verdient das Recht zu wählen, wie er seine Rechnung erhalten will. Österreich geht hier immerhin bereits mit recht gutem Beispiel voran. Aber auch innerhalb anderer EU-Länder werden immer mehr Stimmen laut, die sich für das Wahlrecht bei der Rechnungsform aussprechen: Die Initiative „Keep me posted“ ist ein Zusammenschluss verschiedener Interessengruppen, die sich dafür einsetzt und 2015 an den Europäischen Gerichtshof appellieren wird. Wenn Sie mehr über die konkreten Forderungen dieser Initiative erfahren oder sie unterstützen wollen, dann klicken Sie bitte hier.

 

 

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